Das intuitive Porträt

Über die Wechselwirkungen beim Fotografieren von Menschen

Das fotografische Bild anderer Menschen in den Medien bestimmt seit mehr als 100 Jahren unsere Wahrnehmung der Welt. Wir suchen das Andere und finden auch das eigene Leben in Gesichtern, Posen und Lebensräumen.

Globalisierte Medien, globalisierte Kultur und Lebenspraxis und die für jedermann möglich gewordene Bildbearbeitung führen dabei zu mehr, aber immer weniger unterscheidbaren Bildern. Der Wunsch, das eigene Bild zu kontrollieren ist wichtig geworden und die Neugierde darauf, was auf einer Fotografie von mir zu sehen sein könnte geschwunden. Viele, die Menschen fotografieren wollen, berichten daher von (durchaus beiderseitigen) Vorbehalten und Unsicherheiten im Kontakt mit Fotografierten. Ist der Fotograf Dienstleister, der das Bild der Gegenübers möglichst genau dessen Selbstbild anpasst? Oder ist das Modell Material und Baustein für die Bildvorstellung das Fotografen? Nicht zu vergessen all die (unausgesprochenen) Schattierungen dazwischen.

Das intuitive Porträt stellt den Kontakt selbst in den Mittelpunkt und sieht das Foto als Ergebnis einer Begegnung. Der Fotograf lässt sich vom Erleben seines Gegenübers (seiner Neugier) führen und führt selbst durch seine Bildvorstellungen ohne den Kontakt zum Fotografierten zu verlieren. So können für beide unerwartete Bilder entstehen.

In diesem Kurs bekommen Sie Raum, mit anderen über (selbsteinschränkende) Vorstellungen und Unsicherheiten beim Fotografieren von Menschen zu sprechen. Anhand von Beispielen aus der Fotogeschichte lernen Sie, welche unterschiedlichen Möglichkeiten und Herangehensweisen des Porträts die Fotografie bisher geboten hat und wie sich die Bedeutung von Menschenbildern vielleicht durch den zeitlichen Abstand verändert. Im Kursgespräch lernen Sie Ihr persönliches Interesse an Anderen besser kennen und als Sicherheit im Umgang mit ihrem Gegenüber nutzen.

Im praktischen Teil werden Sie mit anderen Teilnehmern fotografieren und dabei sowohl die Rolle des Fotografen als auch des Fotografierten einnehmen.

Mit Bildbesprechungen, Rollenspielen, praktischen Übungen und ggf. einer Exkursion. Für die Zeit zwischen den beiden Wochenenden erhalten Sie eine fotografische Aufgabe. Die im Workshop entstandenen Arbeiten werden am letzten Kurstag in einer kleinen internen Ausstellung präsentiert und besprochen. Für die Anfertigung der Arbeitsprints rechnen Sie bitte mit einer Umlage um 7-8 Euro.

Voraussetzungen: Sie können mit Ihrer Kamera umgehen. Bereitschaft zum Kontakt und der Auseinandersetzung mit anderen Teilnehmern. Motivation und 3 Stunden zusätzlicher Zeitaufwand für eine fotografische Aufgabe zwischen den beiden Wochenenden.

Digitaler Klassenraum, kursbegleitend: Hier kannst du dich während und 3 Monate mach dem Workshop mit anderen Teilnehmern in Wort und Bild austauschen. Zusätzlich findest du ergänzende Links oder weiterführende Informationen.

Zur Teilnahme benötigst du einen Kursschlüssel, den du von deinem Kursleiter bekommst.